23. April 2017

Ein reizvoller Auftakt einer Saga

Wolf Awert: Das zerbrochene Schwert

Als der letzte Titan den letzten der Drachen erschlug, schien der Kampf zwischen den beiden Mächten endlich beendet zu sein. Das Schwert der Titanen war zerbrochen und die Drachen vernichtet. Das Zeitalter der Menschen begann und Titanen wie Drachen verschwanden aus Paranaea. Doch ihre Magie blieb bestehen. Nun, Äonen später, werden die Bruchstücke des Titanenschwerts neu geschmiedet. Jedes Bruchstück wird zu einem machtvollen magischen Schwert mit einem eigenen Willen. Das Schwert der Gerechtigkeit, die Zwillingsklingen, der Hass verbreitende Bihänder und der Säbel der grenzenlosen Freiheit. Sie alle suchen nach Trägern, die zu ihnen passen, und ihnen eine neue Aufgabe geben. Aber auch die Magie der Drachen blieb bestehen, und ausgerechnet der Dummkopf Djott baut schließlich aus den Knochen des letzten Drachen eine Klinge, die die mächtigste von allen ist. Erfüllt vom Zorn der Drachen und einer nie dagewesenen Stärke, kennt Djott nun nur noch ein Ziel: Die Titanenschwerter und ihre Träger ein für alle Mal zu vernichten… (Klappentext)

Der Autor beginnt eine Erzählung in einer mittelalterlich geprägten Welt. Bruchstücke alter Mächte (das zerbrochene Schwert des letzten Titanen und die Knochen des letzten Drachen) finden ihren Weg zurück in die Welt und nehmen wieder Einfluss auf die Geschicke der Menschen, insbesondere auf die Entwicklung und das Leben der "Helden", Liff, die Tochter eines Teebauern, o'Wa, ein junger Fischer, Ochtnin-Tan, der Sohn eines Wanderrichters, Djott, ein geistig beschränkter Lastenträger aus dem Sumpf. Die Helden entwickeln sich erstmal unabhängig voneinander und gehen ihre eigenen Wege, bis die Mächte der Titanen und Drachen ihre Wege kreuzen lassen.
Entsprechend spinnt der Autor jede Geschichte erstmal für sich und langsam entwickeln sich die Wechselwirkungen der Geschichten miteinander bis es zur Begegnung kommt, manchmal getrieben, manchmal eher zufällig oder einfach, weil die Welt so klein ist. So verflechten sich die einzelnen Stränge immer mehr zu einer geschlossenen Geschichte. Der Autor nimmt sich anfangs viel Zeit um wichtige Entwicklungen und prägende Momente ausführlich zu beschreiben. Dies macht den ersten Teil des Buches manchmal etwas zäh oder langatmig, weil die Geschichte bzw. die Haupthandlung nicht voranschreitet. Bedenkt man aber, dass dieses Buch der Auftakt einer Saga sein soll und sich primär der Entwicklung der Charaktere widmet und sich erst später der eigentlichen Herausforderung zuwendet, ist die detailreiche Einführung der Charaktere doch sehr aufschlussreich.

Mir haben einige der zugrundeliegenden Ideen sehr gefallen und entsprechend warte ich auf mehr. Die Grundidee der Gleichgewichtsschöpfung aus Ordnung und Chaos, Licht und Dunkelheit und letztlich deren Selbstvernichtung durch ihren eigenen blinden Zorn, der sich fortträgt und letztlich viele schöne bunte und graue Facetten erzeugt, anstelle des ursprünglichen klaren Schwarz und Weiß.

Bewertung: 5 von 5 Sternen 


Infos zum Buch:

Zaptos Media Verlag, 2016
High Fantasy, 382 Seiten

Taschenbuch 15,99 €
ISBN: 978-3981702644

E-Book 4,99 €