10. Dezember 2016

Ein Cyber-Verbrechen in den schottischen Highlands

Nadine Erdmann: House of Nightmares. CyberWorld 2.0

Um seinen Sohn Ned aus dem Rampenlicht zu halten, bietet Edward Dunnington seinem durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmten Geschäftspartner Angus McLean einen Biokörper an, unter der Voraussetzung, dass er über Ned Schweigen wahren wird. Zusammen mit seinen Söhnen Will und Ned und ihren Freunden Jamie, Jemma und Zack, reisen sie zu dem Landsitz der McLeans nach Schottland, um alles unter Dach und Fach zu bringen. Doch dann fällt Angus ins Koma, und es ähnelt frappierend dem Koma der drei Jungen, die in der CyberWorld feststeckten. Doch wer hat sein Bewusstsein entführt?

Der zweite Teil von CyberWorld bietet sich nicht weniger spannend dar als der erste. Fast nahtlos geht es dort weiter, wo uns der vorherige Band zurückgelassen hat. Auch diesmal muss die kleine Gruppe Jugendlicher, die inzwischen auf fünf Mitglieder angewachsen ist, ein Rätsel oder doch schon fast ein Verbrechen lösen.
Dabei werden die Charaktere immer tiefgründiger und so langsam lernt man sie ziemlich gut kennen. Selbst Will und Ned stehe ich nach diesem Band nicht mehr ablehnend gegenüber, kann ich doch immer noch nicht die Geschehnisse aus dem Vorgängerband nachvollziehen. Auch die Beziehungen zwischen den Charakteren wachsen und ich gebe es zu, an zwei Stellen bekam ich feuchte Augen. Welche das sind, verrate ich natürlich nicht, damit würde ich zu viel Lesefreude wegnehmen.
Hingegen kann ich die ganze Familie McLean nicht ausstehen, hier gelingt es der Autorin wunderbar, Antipathien zu wecken. Wie kann man nur so eine Familie haben, da kann man sich ja mit seiner eigenen noch glücklich schätzen.
Außerdem scheint sie auch ein Fable für gruselige Spiele zu haben, denn „House of Nightmares“ beschert mir bei der bloßen Schilderung schon Alpträume. Ich denke nicht, dass ich das auch nur anspielen könnte ohne einen Herzinfarkt zu erleiden. Wobei ich die Technik immer noch bewundere und vor allem auch haben will.
Dieser Band hat für mich noch nicht ganz die 5 Sterne geknackt, da ich ihn ein wenig zu vorhersehbar fand. Es war recht schnell klar, wer der „Bösewicht“ war. Der Butler wäre mir fast lieber gewesen.

„House of Nightmares“ ist packend, mitreißend und steht seinem Vorgänger in nichts nach. Sowohl die Geschichte als auch die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und ein Augenschmaus.

Bewertung: 4 von 5 Sternen 


Infos zum Buch:

Greenlight Press, 2016
Science Fiction, 333 Seiten
E-Book 4,99 €
ISBN: 9783958342064

Weitere Informationen:
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