24. November 2016

„ […] wenn ich renne, verschwindet die Welt.“

Rob Boffard: Tracer

Nachdem die Menschen die Erde zerstört haben, leben die Überlebenden auf einer Raumstation, die langsam verrostet und auseinanderfällt. Nicht nur das bedroht ihr Überleben: Auch Intrigen, Mord und Geheimnisse gehören zum Alltag. Riley wurde in diese Welt hineingeboren und arbeitet als Tracer. Sie liefert Pakete quer über die Raumstation schnell und diskret ab. Dabei muss sie sich täglich der Gefahr aussetzen. Ihr letzter Job verlief anders, als geplant, und schon bald steht sie im Zentrum einer Intrige, die die ganze Raumstation auseinanderreißen könnte ...

Schon mit dem Einstieg wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen und von der Erzählung gefesselt. Als Leser entdeckt man die Raumstation und seine Geheimnisse durch die Erzählung aus Rileys Sicht mit und besitzt keinen Wissensvorsprung. Das gefällt mir außerordentlich gut. Da die Geschichte im Präsens erzählt wird, kommt noch Intensität auf, man ist quasi Riley. Trotzdem kommen die anderen Charaktere nicht zu kurz und auch aus ihrer Sicht wird erzählt, wenn auch aus der 3. Person.
Die Charaktere an sich finde ich sehr gut geschildert und glaubwürdig aufgebaut. Tatsächlich haben mich manche Handlungen richtiggehend kalt erwischt und ich traute meinen Augen kaum als ich die Passagen las. Dabei hatte ich immer das Gefühl, dass jeder der Hauptcharaktere mit der gleichen Sorgfalt erdacht und erzählt wurde, auch wenn es aus Rileys Sicht geschrieben ist.
Das Ende hat mich voll aus den Socken gehauen, weil es so ganz anders ist, als das, was man erwartet. Mit dieser Entwicklung habe ich einfach nicht gerechnet und ich bin mir immer noch nicht so im Klaren darüber, ob ich das jetzt gelungen fand oder nicht … Man wünscht sich ja doch oft, dass etwas anders ist, aber wenn es dann so kommt, irritiert es. So ist dieses Ende. Hut ab, vor dieser Wendung. Das packt nochmal so viel Emotionen oben drauf, das es einem den Atem verschlägt.

Lustigerweise ist ganz hinten in dem Buch Werbung für „Leviathan erwacht“ von James Corey. Die Rezension zu der Serienverfilmung habe ich ja direkt vor dieser hier gepostet und beim Sehen nichts davon geahnt, dass es davon überhaupt ein Buch gibt bzw. es eine Buchverfilmung ist. Ich sehe das als Zeichen an, mir das Buch zu besorgen.

„Tracer“ ist ein hochspannender Science-Fiction Roman, der einen sofort mitreißt und in atemloser Spannung mitnimmt. Dabei ist er sehr gut geschrieben und wartet mit schön ausgearbeiteten Charakteren auf. Ich habe jede Minute mit diesem Buch genossen.

Bewertung: 5 von 5 Sternen 


Das Exemplar wurde mir freundlicherweise von Bloggerportal für die Rezension zur Verfügung gestellt.Vielen Dank dafür.