22. Oktober 2016

Liebe zwischen den Zeiten

 Tanja Neise: Die Erbin. Der Orden der weißen Orchidee 01

Nach dem Tod ihrer Urgroßmutter, mit der sie kaum Kontakt hatte, erbt Marie deren Haus und Hof. Dort angekommen erreicht sie eine Nachricht der Verstorbenen: Geerbt hat Marie auch eine Gabe, nämlich die Gabe, durch die Zeit zu reisen mithilfe eines Baumes und Verletzungen zu heilen. Zunächst skeptisch lässt die Neugierde doch nicht lange auf sich warten und Marie wagt ihre erste Reise. In der Vergangenheit trifft sie dann schließlich auf Richard, mit dem sie sich sofort verbunden fühlt, und für beide beginnt das Abenteuer ihres Lebens.

Zeitreisen, Liebe und Abenteuer bietet der Debütroman von Tanja Neise dem Leser. Die Story bleibt durchgehend spannend und auch entwickelt sich teilweise unvorhersehbar in eine neue Richtung.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und verhalten sich schlüssig. Auch die Nebenfiguren sind hübsch ausgearbeitet und einem sofort sympathisch – oder eben nicht. Einzig Maries Unsicherheit im Bezug auf Richard kann einem irgendwann auf die Nerven gehen, wenn sie sich zum wiederholten Male denkt „Oh nein, er liebt mich doch nicht, ich bin ja so blöd!", und Richard immer jeden und alles böse anfunkeln muss und dann erst mal beleidigt schweigt. Ich gestehe, dass ich mit solchen Leuten nichts anfangen kann und mehr als einmal mit den Augen rollen musste. Irgendwann legt sich das aber glücklicherweise und der Rest der Story tritt wieder in den Vordergrund.
Der geschichtliche Teil ist sehr gut recherchiert und präzise beschrieben. Dadurch spürt man einmal mehr die Hingabe, mit der die Autorin ihre Geschichte erschaffen hat. Man fühlt sich wirklich zurückversetzt und kann sich alles lebhaft vorstellen.

Der Schluss lässt einen atemlos zurück und lässt das Verlangen auf den nächsten Band ins Unermessliche wachsen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weiter geht!

Bewertung: 5 von 5 Sternen