12. Oktober 2016

Großartiger zweiter Teil

 Bernhard Hennen: Die Windgängerin. Drachenelfen 02

Der Glanz der Drachen beginnt zunehmend zu schwinden als ihre Rachgelüste die Oberhand nehmen. Der Glaube der Drachenelfen an die Weisheit ihrer Herren ist zerstört. Die Alben machen sich mit ihrer Passivität keine Freunde. Nandalee und ihr Geliebter Gonvalon werden immer tiefer in diesem Strudel verstrickt, denn der Goldene verlangt ihren Tod und trachtet selbst danach, der erste unter den Drachen zu werden.
Für den Unsterblichen Aaron ist der Moment gekommen, in dem sein Heer dem des Unsterblichen Muwatta gegenübersteht und sich entscheiden wird, wer der stärkere ist. Tausende geben dafür ihr Leben und die Erde in Garagum wird mit Blut getränkt.

Ich gebe zu, ich hege Fortsetzungen gegenüber einen leichten Groll. Sie sind nie so gut und überzeugend wie der erste Teil. Nicht bei diesem Buch. Hennen schafft es, die Geschichte in dem zweiten Teil so fortzuführen, als hätte es nie eine Unterbrechung gegeben.
Die Charaktere gewinnen an noch größerer Tiefe, die Geschichte verdichtet sich immer weiter und als Leser bleibt man atemlos zurück. Man quält sich mit dem Gedanken daran, wie es weitergehen wird, ob weiterhin sinnlos Blut vergossen wird, oder ob es noch zu einer positiven Wendung kommt.
Als Narek, eine eher untergeordneter Figur, im Kampf stirbt, hatte ich Tränen in den Augen, weil ich so sehr gehofft hatte, dass er nach Haus zurückkehren würde, um seiner Frau und seinem Sohn seine Heldengeschichten zu erzählen.
Meine Bemängelung des ersten Teils, nämlich dass es nur die Karte von Daia gibt, hat sich aufgelöst, denn in diesem Band gibt es eine Karte von Daia und der Albenmark.
Wieder einmal muss ich gestehen, dass mir keine negative Kritik einfällt. Die Charaktere wurden konsequent weiter beschrieben, es sind dem Autor keinerlei Fehler unterlaufen.
Ich bin gespannt, ob der dritte Teil genauso überzeugen kann, wie die ersten beiden.

Bewertung: 5 von 5 Sternen