18. Oktober 2016

Enttäuschend und langatmig

 Lesley Downer: Die Kurtisane und der Samurai

Während der Bürgerkrieg in Japan tobt und die Meiji-Ära eingeleitet wird muss Hana aus ihrem Zuhause fliehen, da ihr Mann auf der falschen Seite steht. Ihr bleibt nur die Flucht nach Yoshiwara, ein Vergnügungsviertel. Sie steigt rasch zur begehrtesten Kurtisane auf. Sie begegnet dem Samurai Yozo, der im Krieg ebenfalls zu den Verlierern gehörte, und beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch eine Kurtisane darf sich nicht verlieben…

Das Buch ist großartig recherchiert, soweit ich das Beurteilen kann, und spiegelt die Verhältnisse zu dieser Zeit gut wieder. Der Schreibstil ist angenehm wortgewandt und schön zu lesen.
Allerdings wird dieses Buch als „Liebesroman“ geführt, die „Liebenden“ treffen sich allerdings erst nach etwa zwei Dritteln des Buches. Davor muss man seitenlange Beschreibungen von Landschaften, Kimonos und dem Krieg über sich ergehen lassen, die die Geschichte sehr langatmig wirken lassen. Ich habe dieses Buch mit der Erwartung gelesen, eine Liebesgeschichte zu bekommen und das ist es meiner Meinung nach nicht. Als Hana und Yozo sich endlich treffen, ist das Buch fast vorbei, bis überhaupt etwas passiert. Dann nimmt das Tempo der Erzählung rasend schnell zu und wenige Seiten später ist der Roman zu Ende.
Das Buch würde besser als historischer Roman mit romantischem Einschlag verkauft und nicht als Liebesroman, denn das weckt falsche Vorstellungen beim Leser. Ich bin wirklich etwas enttäuscht von diesem Buch.
Trotzdem drei Sterne, weil es gut recherchiert und sauber geschrieben ist.


Bewertung: 3 von 5 Sternen