4. Februar 2016

Heinleins erstes Werk…

Robert A. Heinlein: 2086. Sturz in die Zukunft

Der Pilot Perry Nelson erleidet im Sommer des Jahres 1939 einen Autounfall. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich im Jahr 2086. Er muss feststellen, dass sich einiges in der Zukunft geändert hat, muss versuchen sich mit diesen neuen Gegebenheiten zurecht zu finden. Aber auch für die Zukunftsmenschen ist er sehr interessant, da er Wissen über die Vergangenheit aus erster Hand berichten kann…

Heinleins Beweggründe für dieses Werk waren wohl weniger eine spannende Geschichte als solches zu schreiben, sondern viele Aspekte einer möglichen Zukunft zu entwerfen. Somit verwundert es auch nicht, dass dieses Werk, dass 1938 geschrieben wurde, aber erst 2003 zum ersten Mal im englischsprachigem Raum veröffentlich wurde, sich weniger mit dem Entwurf der verschiedenen Charaktere beschäftigt, sondern vielmehr mit der gesellschaftlichen Struktur einer potentiellen Zukunft. Einiges, was er sich für die Zukunft überlegt hat, ist schon erstaunlich: Eine verbesserte Art zu kochen, eine primitive Art des Internets, die Menschen reisen mit einer Art Luft-Autos, Rolltreppen (oder eher rollende Straßen). Doch zum Mond sind die Menschen noch nicht geflogen. Es ist interessant, dass einiges von dem, was er sich ersonnen hat, tatsächlich so, in ähnlicher Form oder längst überholt vorhanden ist. Manches scheint aber noch genauso unwahrscheinlich wie zu der Zeit als Heinlein es geschrieben hat.
Damit Perry schließlich auf den Stand des Jahres 2086 gebracht wird, führt er mehrere Gespräche mit Menschen aus der Zukunft. Sie diskutieren über die Vor- und Nachteile von gesellschaftlichen Strukturen. Ich muss sagen, dass ich diese Stellen für mich sehr zermürbend und zäh fand. Mir gefiel es weniger und ich war jedes Mal froh, wenn ich diese Gespräche hinter mir hatte. Die Gespräche zum Thema die Regierung gegen Privatleute, Ökonomie, Religion, was ist Liebe, was ist Eifersucht und alternative Formen der Ehe. Aber auch Bestrafung, weil man gegen die „Sitten“ verstößt, haben in der Zukunft andere Auswirkungen als in der Vergangenheit.

Heinleins Werk sollte vielleicht nicht als ein richtiger Roman angesehen werden, sondern eher als eine Sammlung interessanter Ideen, die die Gesellschaft in der Zukunft betreffen. Was dieses Werk mit seinen Ideen aber sicher vermag, ist dem Leser für all seine anderen Werke eine bessere Betrachtungsweise für seine anderen Werke zu liefern.

Bewertung: 3 von 5 Sternen