8. Juli 2015

„Erhebt euch, solange ihr noch könnt.“

Mira Grant: Blackout: Kein Entrinnen. Newsflesh Trilogy 03

Shaun Mason und seine Kollegen und Freunde von Nach dem jüngsten Tag mussten untertauchen, nachdem die Seuchenschutzbehörde sie im Visier hat. Sie wissen zu viel über deren Machenschaften und Shaun ruht nicht in seinem Drang nach Rache für die Ermordung seiner Schwester. Doch dann steht Georgia auf einmal wieder leibhaftig vor ihm und ist kein Produkt seiner angeschlagenen Psyche. Wer steckt hinter all dem?

Die ersten beiden Bände der „Newsflesh“ Trilogie fand ich schon sehr gut, doch der dritte hat mich wirklich vom Hocker gehauen. Er ist packend und spannend erzählt, mir sehr emotionalen Spitzen und Momenten, die einem den Atem rauben.
In diesem Band kommt die Charakterentwicklung bei Shaun und Georgia zu ihrem Höhepunkt (den ich bereits im ersten Band erahnt habe). Ihr Wiedersehen ist herzergreifend, ihre Angst, sich gegenseitig wieder zu verlieren, nachvollziehbar und logisch. Die anderen Charaktere, die seit dem ersten Band dabei sind, gewinnen auch ein wenig mehr Farbe, und dürfen wie im Falle von Becks, ihre Heldenmomente haben. Dagegen wirken die neu hinzugekommenen wie Statisten, die nur eine gewisse Rolle zu erfüllen haben und deswegen stets oberflächlich anmuten. Doch wie auch schon im Band zuvor hindert das nicht meine Lesefreude.
Nicht ganz nachvollziehen kann ich, wie Rick zum Vizepräsidenten wurde, aber vielleicht fehlte da auch einfach die tiefergehende Charakterentwicklung der Nebenfiguren. Es kommt einem ein wenig konstruiert vor.
Die Handlung dieses Bandes und insgesamt der Trilogie regt mich doch sehr zum Nachdenken an. Schließlich handelt es sich dabei um Themen wie Genforschung und –manipulation, Klonen und nicht zuletzt auch die eigene, persönliche Freiheit. So ist „Newsflesh“ für mich nicht nur spannend und unterhaltend, sondern regt auch die grauen Zellen und die eigene Meinungsbildung an.
Das Ende ist nun auch nicht gerade ein Standard Happy End, also mehr oder weniger das, was ich mag. Die meisten reiten zwar, metaphorisch gesprochen, in den Sonnenuntergang, aber so ganz ist die Sache mit dem Kellis-Amberlee-Virus nicht gegessen. Da blitzt in mir ja schon gleich die Hoffnung auf eine Fortsetzung auf, wenn ich auch denke, dass das eher unwahrscheinlich ist.

„Blackout“ ist ein gelungener Abschluss der „Newsflesh“ Trilogie, mit dem die Autorin einmal mehr bewiesen hat, dass sie es versteht, mitreißende Geschichten zu erzählen und den Spannungsbogen auch über mehr als einen Teil hinweg zu halten!

Bewertung: 5 von 5 Sternen