27. Juli 2015

Drei Schicksale, ein Geheimnis

Celeste Ealain: Zum Androiden geboren

Drei Handlungsstränge – drei Geschichten. Doch irgendwie hängen alle miteinander zusammen. Wer hat den mysteriösen Gynoiden, einen weiblichen Roboter, erschaffen, der vor sich hin staubend von Awill in einem Geschäft entdeckt worden ist und der offenbar eine eigene Identität entwickelt? Was möchte der geheimnisvolle Fremde von Stacey? Hat die Affäre von Olivia und Colin eine Chance, nachdem ihr Mann Lace davon erfahren hat?

Der Handlungsbogen dieser Geschichte ist von der Autorin sehr geschickt aufgebaut worden. Erst nach ungefähr 2/3 der Geschichte sind bei mir die Groschen gefallen, wie die Handlungsstränge zusammen passen. Geschickt platzierte Informationen halten die Spannung bis zum Ende aufrecht.
Dabei entwickeln sich die Charaktere nach und nach und offenbaren so ihre Geheimnisse und ihre Vergangenheit. Sie alle sind individuell und nachvollziehbar gestaltet, so dass man sich ihnen verbunden fühlt oder im Falle des Antagonisten auch wieder nicht.
Gleichzeitig schwingt auch ein gewisses Maß an Gesellschaftskritik mit. So wird des Öfteren bemängelt, dass sich die Menschen kaum noch einander zuwenden und sich stattdessen für alle Lebenslagen Roboter und Androiden anschaffen. Sogar in Beziehung herrscht eine gewisse Distanz und Kälte.

„Zum Androiden geboren“ begeistert mit ausgeklügelten Handlungsfäden, die ein düsteres Geheimnis aufdecken, und den Leser dazu anregt, über die Zukunft nachzudenken.

Bewertung: 5 von 5 Sternen