1. Juni 2015

„Jetzt sind sie wach und dabei, die Welt in ein Schlachthaus zu verwandeln.“ (S. 290)

Tom Jacuba: Die Herren der Wälder. Kalypto 01

Jahrtausende lang schliefen die Magier des längst untergegangenen Reiches von Kalypto. Doch nun ist die Zeit gekommen, zu erwachen. So entsenden sie Catolis und drei weitere Magier in alle vier Himmelsrichtungen, um nach dem stärksten und würdigsten Volk zu suchen, das dem neuen Reich von Kalypto am besten dienen wird. Ein erbitterter Kampf zwischen den Magiern entbrennt. Auch Lasnic, ein junger Angehöriger des Waldvolkes, gerät in diesen Machtkampf. Es verschlägt ihn schließlich nach Garona, einem von Frauen regierten Reich. Dort begegnet er Königin Ayrin, die ihr Königreich selbst vor der unbekannten Macht der Magier zu schützen versucht…

Tom Jacuba, ein Pseudonym von Thomas Ziebula für Fantasy-Romane, erzählt diese sehr komplexe Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven: aus der vom Waldmann Lasnic, der Königin Ayrin und der Magierin Catolis. Wir werden Zeuge ihrer Ängste, Schwächen, aber auch ihrer Stärken. Weiterhin hat er diesen ersten Teil seiner Trilogie in drei eigene Bücher unterteilt. So begegnen wir im ersten Buch unseren drei Protagonisten von Beginn an und erleben wie sich alles von Anfang an zugetragen hat. Weiterhin lernen wir die Welt, in der die Geschichte spielt, kennen. Eine aufwendig gestaltete Welt, die aus bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist. Ich muss allerdings gestehen, dass es mir anfangs ein wenig schwer fiel mich in die Welt hineinzudenken, ein Problem, dass ich allerdings öfters bei High Fantasy-Romanen habe. Allerdings erleichterte die Karte als auch die sehr gute bildliche Beschreibung mir das Hineindenken in diese fremde Welt und so dauerte es nicht lange, bis ich mich im Inselreich Tarkatan bei Catolis befand, oder im Waldland, der Heimat von Lasnic, Kolks, Schlammwelsen, Flusspardern, Waldelefanten oder Mammutschweinen begegnete, oder das Hochgebirge von Garona, Ayrins Königreich, mit seinen vielen Burgen und Rittern auf Ziegenböcken vor Augen hatte.
Neben den Protagonisten sind aber auch die Nebenfiguren und auch Antagonisten sehr geschickt entworfen. Es wird nichts dem Zufall überlassen, ihre Beweggründe sind schlüssig nachzuvollziehen und verleihen der Geschichte das gewisse „Etwas“. So braucht jeder Held auch seinen Helfer, im Fall von Lasnic seine beiden Kolks Schrat und Tekla sowie Lord Frix, einem Schurken, der mit einem sehr seltsamen Dialekt gesegnet ist, was ihn aber durchaus liebenswürdig erscheinen lässt. Aber auch die bösen Gegenspieler unserer Helden will man zwar am liebsten sofort loswerden, aber sie machen die Geschichte durchaus interessanter. Trotz der Antipathie ihnen gegenüber, kann man ihr Handeln dennoch verstehen.
Auch der Schreibstil ist sehr angenehm. Er fesselt, eigentlich will man das Buch gar nicht mehr weglegen. Häufig ging es mir so, dass ich nur noch das eine Kapitel zu Ende lesen wollte. Aber als ich am Ende es Kapitels war, musste ich einfach das nächste auch noch lesen, da es einfach zu spannend war, um es vorher schon wegzulegen.

Ein wunderbarer High Fantasy Roman, den ich bedenkenlos weiterempfehlen kann. Fesselnd und spannend geschrieben, taucht man völlig ein in diese fremde Welt voller Magie, Liebe, Intrigen und Machtkämpfen! Nun warte ich allerdings gespannt auf den zweiten Teil „Die Magierin der Tausend Inseln“.

Bewertung: 5 von 5 Sternen


An dieser Stelle möchte ich Thomas Ziebula ganz herzlich dafür danken, dass er mir sein Buch als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat. Mehr über Thomas Ziebula findet ihr hier!