2. Juni 2015

„Die Welt sollte ein gerechterer Ort sein, findest du nicht.“ (S. 392)

Sebastien de Castell: Blutrecht. Greatcoats 01

Sie sind die Greatcoats des Königs, reisende Magister, die den Menschen die Gesetze schenken und über sie richten sollen. Aber ihr König wurde von den Herzögen ermordet, da er ihre Macht beschnitt. Nun sind sie Geächtete, werde vom Volk verachtet und die Herzöge versuchen, sie zu töten. Falcio, der erste Kantor der Greatcoats, versucht verzweifelt ihn und seine beiden Kameraden durchzubringen, als er in einen Strudel der Intrigen hineingezogen wird. Kann er den letzten Willen seines Königs erfüllen? Oder ist er dazu verdammt, an seiner Mission zu scheitern?

 „Blutrecht“ ist der Auftakt einer Reihe, und nach diesem ersten Band verspreche ich mir sehr viel von ihr. In der Tat ist dieses Buch eines der besten Fantasybücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Gerade auch dadurch, dass man als Leser direkt angesprochen wird, wird man sofort in die Geschehnisse des Buches hineingezogen.
Falcios Charakter gefällt mir sehr gut; ich mag es, dass er so zynisch sein kann. Insgesamt sind die Greatcoats keine typischen Fantasyhelden. Sie laufen davon, werden gehasst und beleidigt, und herausgefordert. Trotz aller Widrigkeiten bleibt Falcio seinen Idealen immer treu und kämpft weiter, um die Mission zu erfüllen, die sein König ihm gegeben hat. Auch seine beiden Begleiter finde ich schön ausgearbeitet, auch wenn man naturgemäß nicht so viel über ihren Hintergrund erfährt.
Man bekommt den Eindruck, dass die Welt, in der die Geschichte spielt, sorgfältig ausgearbeitet wurde, auch wenn z. B. die Götterwelt für die Charaktere überhaupt nicht so wichtig ist. Insofern bekommt man natürlich nur mit, was die Charaktere einen auch wissen lassen. So bleibt man neugierig, denn auf einem Silberteller werden die Informationen nicht präsentiert.

Der Autor ist Kampf-Choreograph und das merkt man. Ich habe, glaube ich, noch nie ein Buch gelesen, dass so detaillierte Kampfszenen hat, wie dieses. Mich hat das nicht gestört, für mich war es eine Bereicherung.

Bewertung: 5 von 5 Sternen